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ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Wenn was unklar ist oder nicht so funktioniert wie ihr gern hättet.

Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon JAU » 5. Jan 2018, 19:22

Wegen des Keramikrohrs. Das hat auch eine gewisse Wärmekapazität, ist das Rohr kalt entzieht es dem Abgas die Wärme. Je kälter dieses an der Mündung oben ankommt umso weniger Zug hat man.

Lösung für das Dilemma ist die Zeit zu verlängern bevor die Direktklappe umgelegt werden muss.
Die Kunst liegt darin das die Abgastemperatur während dieser Phase nicht >300°C steigen zu lassen.

Das bekommt man hin indem man nicht zu viel Holz nachlegt. Oder man macht die Direktklappe nicht ganz zu (manche Klappen sind dafür zu leichtgängig) das nur ein Teil des Abgases nach unten und über den Wärmetauscher geht.


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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon alexbenzomat » 6. Jan 2018, 21:35

...OK vielen Dank, da kommen wir der Sache möglicherweise schon etwas näher.
Es ist in den ersten nach dem Anfeuern 90Minuten tatsächlich meine Hauptbeschäftigung,
den Hebel vom Vergaserbetrieb wieder zur Normalverbrennung umzulegen bis richtig viel Zug da ist,
damit die Vergaserflamme wieder läuft.
Aber wie würde das erklären,
das bei Außentemperaturen unter 0° 3mal so schnell geht?
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon JAU » 7. Jan 2018, 02:37

Zug ist die Folge von Thermik, Warme Luft steigt nach oben, kalte Luft fällt nach unten. Der Effekt ist stärker je größer die Differenz zwischen den Luftschichten.
Die Regel das eine höhere Mündungstemperatur den Zug verbessert gilt natürlich auch wenn, bei gleichbleibender Abgastemperatur, die Umgebungstemperatur (Außentemperatur) niedriger ausfällt. 65°C Abgas an der Mündung ziehen bei -5°C (70K Differenz) besser als bei +10°C (55K).


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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon Freeliner » 7. Jan 2018, 10:05

So sieht es aus ;)

Was die Menge angeht, das bekommt man mit der Zeit raus ;)

http://www.wallthermfreunde.de/viewtopic.php?f=7&t=117#p1147

Ist auch ein Unterschied, ob man den Walli z.B. zwei mal am Tag anmacht, oder 2 mal die Woche.
Bei Ersterem ist einiges an Restwärme/Energie noch enthalten, bei letzterem muss alles neu auf Temperatur gebracht werden
-> es wird folglich erstmal "viel" Energie gebraucht, bis der Walli "Startklar" ist ;)

Wenn man dann noch von oben anzündet, erschlägt man mehrere Fliegen mit einer Klappe ;)
- kaum Rauch aus dem Schornstein
- umwelt- und nachbarsfreundlicher
- stressfreier, gesünder für Ofenkorpus,
- Zug im Schornstein wird schön gleichmäßig aufgebaut

Und gerade der letzte Punkt macht bei dir wohl auch Sinn.
Der Kamin und der Brennraum bekommen die Zeit auf richtig auf Temperatur zu kommen.
Bringt eigentlich wenig, wenn man innerhalb von 5 min auf 300° ist und 5 min später die Temperatur wieder fällt :!:
Dein Ofen sowie Kamin konnten davon wenig Energie aufnehmen, diese ist fast komplett aus dem Schornstein entflohen.

Probier mal so wie oben im Link anzufeuern, du hast nach ein paar Touren den Dreh mit der Menge und das "Stapeln" raus.

Damit der Ofen und der Schornstein auch nicht so strak und schnell auskühlen, Zuluft nach dem Abbrand schließen :!:
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon Freeliner » 7. Jan 2018, 12:19

Hab mal grad eine kleine Fotoserie zum "langsamen und gleichmäßigem Anfeuern" gemacht ;)
(speziell bei "Zugproblemen" bzw. große Masse des Schornsteines)

Wie gesagt, langsam und gleichmäßig :!: Weniger Holz sollte es aber nicht sein :!:

Es vergeht ca. 1h bis der Walli voll bestückt wird.
(habe bewusst untere Tür zugelassen und auch so gestapelt)

Und los gehts, stapeln...
IMG_1108.JPG

IMG_1109.JPG

09:50 Uhr anzünden
IMG_1110.JPG

09:55 Uhr
IMG_1111.JPG

10:15 Uhr
IMG_1112.JPG

10:30 Uhr
IMG_1113.JPG

10:45 Uhr ...jetzt werde ich auflegen
IMG_1114.JPG

Find ich persönlich ganz wichtig :!: :!:
...die ersten Stücke über der Düsenöffnung sollten etwas kleiner sein (meine waren hier jetzt schon fast "extrem" klein)
Finde dies wichtig, da dann direkt schön vergast wird und diese auch schnell und sauber brennen.
Man hat dann später keinen Stress mehr :!: (sind nur so kleine Erfahrungen)
IMG_1115.JPG

Ofen bestücken und Feuer frei :D Ich warte hier eigentlich nicht wirklich mit dem Umlegen der Klappe.
Einige lassen hier noch 1-2 Minuten alles anbrennen (untere Tür öffnen beschleunigt das Ganze)
Ich schließe die Klappe einfach nur ganz langsam (sobald unten vergast wird, ein paar Sekunden inne halten und schließen)
IMG_1116.JPG

IMG_1117.JPG
Zuletzt geändert von Freeliner am 7. Jan 2018, 12:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon Freeliner » 7. Jan 2018, 12:20

IMG_1118.JPG


10:55 Uhr
IMG_1119.JPG


11:20 Uhr
Wie man sieht, Holz "burnt" :lol: ...die Brennerkammer wurde das das Anheizen auch schön auf Temperatur gebracht.
Weiterhin wurde dadurch auch die Rücklaufanhebung schön gleichmäßig auf Temperatur gebracht ;)
So kann der Walli nun perfekt vergasen und macht auch ein recht schönes Flammbild ;)
(Flammbild hängt natürlich davon ab, wieviel Luft ihr in die obere Kammer gibt :!: )
IMG_1120.JPG

IMG_1121.JPG

IMG_1122.JPG


Und wie gesagt, langsam, keine untere Tür zu Hilfe genommen :!:

Wenn ihr keine wirklichen "Zugprobleme" habt, gibt es ein paar Tricks diese Prozedur deutlich zu verkürzen :!:
Ich liege hier i.d.R. so bei 20 bis max. 30min ;)

Kann ich (wenn gewünscht) auch gerne mal dokumentieren ;)
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon Freeliner » 10. Jan 2018, 08:47

@ Alex

...mal probiert mit längerem, intensiverem Anheizen :?:
...die Abgastemperatur beim Anheizen darf auch gerne mal auf 350° hoch gehen ;)

Hast du mal hinten die Umlenkung komplett aufgedreht, damit der horizontale Wärmetauscher quasi "stillgelegt" wird :?:
Dadurch steigt deine Abgastemperatur und dein Zug sollte sich damit auch stabilisieren ;)
...danach kann man sich evtl. wieder etwas rantasten um diese mehr und mehr wieder zu schließen ;)
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon alexbenzomat » 11. Jan 2018, 16:30

Danke erstmal an JAU und Freeliner für Eure intensive Mühe 8-)
Ein solches Kelvin Szenario als Erklärung, wie oben beschrieben hatte ich mir auch so ausgemalt.
Ich dachte nur es wäre viel komplizierter und ich verstünde es nicht richtig.
Jedenfalls habe viel herumprobiert.
Die "Schwedentechnik" hielt ich für puren Aberglauben,
muss ich diese jedoch im Nachhinein als sehr guten Tipp einstufen!
Das Feuer brennt schneller und rauchärmer, der Zug ist tatsächlich einen Hauch besser !
Auch noch längeres Vorheizen macht natürlich Sinn.
300° ist meine bisherige Anheiztemperatur, 350° habe ich heute mal probiert,
jedoch ließ die Zugwirkung recht schnell wieder nach.
Letzten Sonntag habe ich mal die Bilderreihe nachgespielt.
Musste aber leider feststellen, daß nach dem Vollpacken wie auf dem Foto,
die Vergaserflamme in meiner Abwesenheit recht bald ausging,
und die ganze Ladung mehr oder weniger vor sich hinschwelte,
bis ich nach 3h zurückkam :roll:
Ich konnte jetzt eine Verbesserung feststellen,
nachdem ich einfach die Flammwand herausgenommen hatte.
Ich habe auch schon darüber nachgedacht bei Gelegenheit den waagerechten Tauscher zu umgehen.
Es haben Leute berichtet, Ketten in die senkrechten Züge zu hängen, um mehr Effektivität zu erzielen!?
Ich probiere alles ;)
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon Freeliner » 11. Jan 2018, 18:55

Die Ketten würden dein Problem eher verstärken. Macht man eher bei zuviel Zug.
Lass den horizontalen Tauscher mal weg, also hintere Umlenkung auf.
Flammwand würd ich drin lassen, zieh sie lieber 10-20mm nach vorne,
bringt auch Zug.
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Re: ZUGPROBLEME IM VERGASERBETRIEB

Beitragvon E Neubauten » 25. Jan 2018, 10:33

Ich hatte fast exakt die gleichen Probleme...Hast Du schon mal den Zug etwas erhöht, indem Du den Spalt oben hinter der unteren Tür mit Dichtschnur (teilweise oder ganz) abgedichtet hast? Irgendwo hier im Forum gibt´s auch Bilder dazu, waren evtl. von Freeliner ? schau hier: http://www.wallthermfreunde.de/viewtopic.php?f=7&t=210&start=10

Dann kannst Du auch mal versuchen, die Flammwand nicht bis hinten an den Anschlag zu schieben, sondern etwas weiter vorne stehen zu lassen (ich habe sogar den oberen Rand der Flammwand mit einem Hämmerchen abgeschlagen ;-).

Wie ich anheize: http://www.wallthermfreunde.de/viewtopic.php?f=7&t=46&p=2046#p2046

Auch eine geringe Erhöhung der Rücklaufanhebung kann viel bewirken...hier als Nebenkriegsschauplatz bei meinen Problemen mit der zu schnell schließenden Feuerungsklappe: http://www.wallthermfreunde.de/viewtopic.php?f=7&t=206

Aber nicht alle "Modifikationen" gleichzeitig ausprobieren!
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