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Muss der Walli geerdet sein?

Wenn was unklar ist oder nicht so funktioniert wie ihr gern hättet.

Muss der Walli geerdet sein?

Beitragvon gmwt » 18. Nov 2017, 17:16

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Andere Frage: Mit dem Thermostat ist mir jetzt die (zumindest explizite) elektrische Erdung verloren gegangen. Braucht man die?
Indirekt scheint der Ofen immer noch geerdet (über irgendeine Wasserleitung vermutlich), wenn ich das gegen die Erde der nächsten Steckdose durchmesse.
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Re: Muss der Walli geerdet sein?

Beitragvon JAU » 18. Nov 2017, 22:41

gmwt hat geschrieben: Mit dem Thermostat ist mir jetzt die (zumindest explizite) elektrische Erdung verloren gegangen.

Potentialausgleich ist der Fachbegriff den du wohl gemeint hast.

Braucht man die?

Es gibt da wohl einen Absatz der besagt das alle großflächigen Metallteile mit dem Potentialausgleich zu verbinden sind.
Es besteht, z.B. bei einem Geländer, immer die Möglichkeit das jemand ein beschädigtes Verlängerungskabel darüber legt und es so unter Spannung setzt. Fasst das dann einer an spricht man von "indirekter Berührung".

Indirekt scheint der Ofen immer noch geerdet (über irgendeine Wasserleitung vermutlich), wenn ich das gegen die Erde der nächsten Steckdose durchmesse.

Schutzleiter, nicht Erde.
Wie man an der Begriffen schon erahnen kann ist es nicht genau das selbe, auch wenn sie miteinander verbunden sein müssen und der Schutzleiter ebenfalls den Schutz gegen indirektes Berühren sicherstellt.

Genau genommen spricht man bei Hausinstallationen inzwischen von Sicherheitspotentialausgleich. Weil ihm eben, zur Vermeidung von indirekter Berührung, eine wichtige Schutzfunktion zukommt.
Wobei Wasserleitungen heute nicht mehr angeschlossen werden müssen, sind ja auch oft aus Plastik.
Heizungsleitungen sind, sofern sie aus Metall sind, aber muss. Es reicht allerdings ein einzelner Anschluss an die Potentialausgleichsschiene.
Badewannen mussten früher auf den Potentialausgleich, auf dem Sicherheitspotentialausgleich sind sie allerdings optional. Leitfähige Wannen sind ebenfalls selten geworden...


Zum Ofen: Ich sehe kein Pflicht, zumal er ja über das Heizungsnetz angebunden ist.

Der Schutzleiter vom Thermostatschalter war jedenfalls kein wirksamer Potentialausgleich, für die Anbindung an den Sicherheitspotentialausgleich gibt es nämlich eine Vorgabe: mindestens 6mm² Kabelquerschnitt. Mit dem Abbau des Schalters hast du in der Hinsicht rechtlich nix "verloren" da es vorher auch schon nicht vorhanden war.


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Re: Muss der Walli geerdet sein?

Beitragvon gmwt » 19. Nov 2017, 11:38

JAU hat geschrieben:Potentialausgleich ist der Fachbegriff den du wohl gemeint hast.

Ja.
Schutzleiter, nicht Erde.

Der, um die Verwirrung komplett zu machen, abgekürzt üblicherweise "PE" (Protective Earth) genannt wird, wenn ich mich nicht irre. :roll:

Zum Ofen: Ich sehe kein Pflicht, zumal er ja über das Heizungsnetz angebunden ist.


In der Walli-Anleitung steht halt:

6.b.1 Erdung
Gefahr: Die Stromanlage muss obligatorisch geerdet und laut einschlägigen Gesetzen mit einem Schutzschalter ausgestattet sein (siehe 11 Elektrischer Schaltplan)


Was auch immer Wallnoefer uns damit so genau sagen will.
Die "Stromanlage" als ganzes ist natürlich konform hier. Der Schutzleiter zum Thermostat diente denn wohl auch nur dem Schutz vor einem Defekt desselbigen, denke ich. Der hätte ja sonst theoretisch den ganzen Ofen unter Spannung setzen können. Jetzt ohne Thermostat sind am Ofen aber weit und breit keine 230V mehr vorhanden.

Der Schutzleiter vom Thermostatschalter war jedenfalls kein wirksamer Potentialausgleich, für die Anbindung an den Sicherheitspotentialausgleich gibt es nämlich eine Vorgabe: mindestens 6mm² Kabelquerschnitt. Mit dem Abbau des Schalters hast du in der Hinsicht rechtlich nix "verloren" da es vorher auch schon nicht vorhanden war.


Gut. Da am Ofen auch kein extra Anschlusspunkt für sowas vorhanden zu sein scheint (an anderen Geräten, etwa dem Multischalter meiner SAT-Anlage, findet sich sowas oft), belasse ich es jetzt auch mal dabei.

Übrigens habe ich an meiner Heizungsanlage auch sonst noch keinen expliziten Anschluß mit großem Querschnitt an die Potenzialausgleichsschiene entdecken können. Die ist allerdings auch etwas unübersichtlich, vielleicht finde ich ihn noch...

Aber jetzt wird erstmal angefeuert und das neue Pumpenverhalten beobachtet! :mrgreen:
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Re: Muss der Walli geerdet sein?

Beitragvon JAU » 19. Nov 2017, 16:10

gmwt hat geschrieben:In der Walli-Anleitung steht halt:

6.b.1 Erdung
Gefahr: Die Stromanlage muss obligatorisch geerdet und laut einschlägigen Gesetzen mit einem Schutzschalter ausgestattet sein (siehe 11 Elektrischer Schaltplan)

Da steht nur das die Stromanlage (den gesetzlichen Vorschriften entsprechend) geerdet sein soll, nicht das der Ofen geerdet werden müsste.

Wobei man da wieder Vorsichtig sein muss: Erdung und Potentialausgleich ist auch nicht das selbe, auch wenn der Potentialausgleich mit einem Fundament- oder Kreuzerder verbunden sein sollte(?).
(Ich bin mir mit den Vorschriften in dem Punkt nicht ganz sicher. Man tut sich selbst aber keinen Gefallen wenn man Potentialausgleich, und damit den Schutzleiter, nicht erdet.)

Der Schutzleiter zum Thermostat diente denn wohl auch nur dem Schutz vor einem Defekt desselbigen, denke ich.

Jupp. Der Schutzleiter ist mit leitfähigen Gehäuseteilen verbunden, liegt nun ein aktiver Leiter im Innern frei und bekommt Verbindung zum Gehäuse dann soll der Leitungsschutzschalter den Außenleiter vom Netz trennen und damit gefährliche Berührspannungen am Gehäuse verhindern.

Übrigens habe ich an meiner Heizungsanlage auch sonst noch keinen expliziten Anschluß mit großem Querschnitt an die Potenzialausgleichsschiene entdecken können. Die ist allerdings auch etwas unübersichtlich, vielleicht finde ich ihn noch...

Die Abdeckung der Potentialausgleichsschiene hat an der Innenseite normal eine Zettel kleben auf dem dokumentiert sein sollte wo welcher Abgang hinführt.

Kann aber auch sein das deine Heizung indirekt über den städtischen Wasseranschluss geerdet ist.
Metallische Frischwasserleitungen nutzt man nicht mehr zur Erdung weil die dann zu erhöhter Korrosion neigen.


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