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Mein wilder Walli

Stellt euch und eure Installation vor. Bilder sind immer Willkommen.

Mein wilder Walli

Beitragvon melanie77 » 3. Dez 2014, 22:53

Hallo liebe Leute,

zuerst einmal Hallo und ich freue mich außerordentlich, daß dem Walli hier ein eigenes Forum gewidmet wurde - Danke JAU. Das ist super, weil gefühlt alle Walli-Besitzer Bastler sind und sich oft mehr als weniger Gedanken zum Thema machen. Aber bisher gabs irgendwie nicht so viele, oder sie konnten sich nicht finden.
Ich hatte früher (2010/2011 als noch keiner so recht einen Walli-Plan hatte in DE) immer wieder das Problem, daß keiner sich in meine Installation und die Walli-Thematik eindenken konnte (oder wollte), und ich mir alles irgendwie selber zusammengeklaubt hab. Dafür bin ich ganz zufrieden, wie alles so läuft, und ärgerliche Patzer halten sich in Grenzen.
Wir haben einen Wilden Kaiser, Modell von vor der letzten Preiserhöhung (2011 glaub ich - wir haben ewig gebaut), betreiben tun wir ihn seit September 2013.

Hier die Eckdaten, Bilder folgen:
Schornstein:
steht direkt links von Walli, Bausatz, Schamotte 180mm ID, Isolierung, Hüllsteine außen, extra für Walli berechnet
Rauchrohranschluß 45°, saugt wie der Teufel

Einbau des Wallis:
deckenhohe Nische in Walli-Tiefe, Anschlußseite voll zugänglich und (noch) offen zum Raum hin,
Promatect-Platten bündig links/hinter/vor dem Walli, dann 60mm mineralische Dämmplatten,
Rigips, abschließend stylische Kunststeinverblender (in weiss...schlechte Idee, wissen wir jetzt auch. Sieht super aus, bis die ersten Rußspuren über der Tür erscheinen, mit nichts zu entfernen...)

Der Walli steht im EG, 1 Raum mit offener Küche mit 90m², Fussbodenheizung sparsam verlegt, im OG sinds rd 60m² mit Radiatoren (bis jetzt noch nicht angeschlossen). Unser Holzhaus ist anständig isoliert, im EG die Hälfte der Außenhaut Glas raumhoch 3-fach.
Unser Puffer ist ein alter Heizöltank mit knapp 4m³, gut eingepackt in 40cm Glaswolle unter der Bodenplatte, 2 x Ripprohrwärmetauscher vom Solarbayer für Einbringung und Entnahme à 15kW, Installation in Mepla 26mm, am Walli direkt in Kupfer 22mm gelötet mit Verschraubungen (alles demontierbar).
Wir nutzen Walli ausschließlich für Heizung und zur Erheiterung, aktuell bei 3-5° außen abends ca. 5 Stunden, am Wochenende wird 8 Stunden geballert, da bleibt der Puffer die ganze Woche über bei Laune mit 43...52°. Alternativ haben wir noch eine Gastherme, die macht unser Warmwasser und heizt ausschließlich, wenn wir länger als eine Woche nicht da sind.
Wenn wir richtig ballern, dh 6-10 Stunden am Stück, kriegen wir schonmal 25° im Zimmer, dann Tür ins Treppenhaus auf und oberen Stock heizen (gibt dann dort rd 21..22°,wie gesagt Radiatoren oben sind nicht in Betrieb) . Wir werden noch demnächst einen Luftweg ins OG innerhalb der Einbaunische des Walli eröffnen und von dort zentral über den Gang die warme Luft hochströmen lassen. Dann noch die Nische zum Wohnzimmer hin zumachen - dann können wir uns gefühlt auch die Radiatoren ganz sparen.

Ich denke es wär wichtig, hier noch ein paar meiner Meinung nach beachtenswerte Dinge zum Aufbau aufzulisten, die einem sonst ggf das Leben schwer machen, wie wir (teilweise) selbst erlebt haben;-)

- alle Anschlüsse an den Walli lösbar/demontierbar ausführen
- einen automatischen Entlüfter am Vorlauf reinmachen statt dem manuellen Ding das mitkommt, steht zwar dann über, stört aber beim eingepackten Kaiser nicht und Befüllen und Betrieb sind absolut stressfrei
- ggf extra Temperaturfühler/Tauchhülsen auf der Anschlußseite für Vorlauf/Rücklauf und Rauchabgang vorsehen, um Temperaturen auch bei verdeckter Anschlußseite bequem im Vorbeigehen registrieren zu können (das erfreut und gibt ein gutes Gefühl)
- oberhalb vom Walli genug Platz lassen nach oben wegen der langen Putzbürsten
- keine hellen/offenporigen Verblender o.ä. für die Außenhaut nehmen
- auf jeden Fall Walli ordentlich einpacken/isolieren, wenn man Freude an langen Abbränden hat oder lange heizen muss, um den Puffer zu laden, sonst hält man es in der Bude nicht aus
- nie nie nicht feuchtes Holz verbrennen (wir haben uns unlängst mal so richtig nachhaltig den WT verrußt, weil wir am Anfang der neuen Heizperiode die Vibes vom letzten Jahr etwas verloren hatten, Abgastemp zu niedrig und dann noch eine Ladung noch nicht ganz trockenes Holz, WT ist bis heute noch nicht wieder sauber, verklebt mit steinharten Rußchips - verheerend)


Betrieb:
Die erste Inbetriebnahme war stressfrei und ein voller Erfolg, die Anleitung von den Wallnöfers machts möglich.
Am Anfang schaut man ständig auf die Temperaturen Vorlauf/Rücklauf/Puffer/Abgas, das prägt sich dann ein und bei jedem Mal Vorbeilaufen mach ich das auch heute noch so.

Letztes Jahr hatten wir hauptsachlich Nadelholz verbrannt, gab einen Vorlauf zwischen 62..75°, dieses Jahr ist ca. 1/3 härteres Zeug dabei, da schaffen wir regelmäßig auch 80°. Der Rücklauf ist immer so bei 63..67°.
Anfeuern geht ratzfatz mit Klappe unten auf und dank unseres supersaug-Kamins, ein schönes Glutbett hab ich nach einer halben Stunde. Scheibe ist zur Zeit immer pikobello (außer da als wir die og Feuchtverbrennphase hatten...volle Katastrophe), Schamotte strahlend hell und sauber, sobald das Glutbett steht.

Zur Zeit zerbrech ich mir den Kopf, weil dieses Jahr alles anders ist als letzte Heizperiode.
Abgastemperatur geht je nach Holz bei geschlossener Klappe locker durchgehend auf 220°/230°, Glut liegt dabei satt, Vergaserflamme nach dem Nachlegen (schlanke Scheitlein dicht gepackt) auf ein prächtiges Glutbett hält max 10min, danach ist die Vergaserflamme fast nicht mehr sichtbar, man muss ständig nachrütteln, und das bringt dann nur ein paar MInuten ein bisschen Erfolg. Trotzdem ballern gut über 200° den Kamin hoch und ich hab knapp 80° im Vorlauf.

Soviel mal von unserem Walli, Bilder folgen.
Bis bald - ich freu mich
Melanie
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Re: Mein wilder Walli

Beitragvon Freeliner » 4. Dez 2014, 00:04

Hallo Melanie,

klasse Bericht :D ...auf die Bilder freu ich mich schon :mrgreen:

Ihr habt ja wirklich perfekt Voraussetzungen...Aufstellraum 90m², 4000L Speicher, Walli gut eingepackt...wirklich perfekt ;)

Aber zwei Dinge verstehe ich nicht so wirklich..... :roll:

- "Fussbodenheizung sparsam verlegt"
- "im OG sinds rd 60m² mit Radiatoren"


Warum die Fußbodenheizung sparsam verlegt und nicht so, damit man bei -10° mit 30-32° Vorlauf auskommt :?: :!:
Warum überhaupt Radiatoren und nicht oben auch noch Fussbodenheizung :?: :!:

Dann könntet ihr noch einiges mehr vom Puffer nutzen und die Gasbrennwerttherme richtig toll im Brennwertbereich werkeln lassen..... :?


Habt ihr an eurem Puffer mehrere Thermometer :?: (unten, Mitte, oben)
...wie ist die Schichtung :?: ...weil du schreibst "da bleibt der Puffer die ganze Woche über bei Laune mit 43...52°"

Der sollte doch oben eure 65-75° Vorlauf halten und dann quasi von unten nach oben abkühlen.
...unten sollten dann eure Rücklauftemperatur der Fussbodenheizung sein....ca. 22-25°
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Re: Mein wilder Walli

Beitragvon treffend » 4. Dez 2014, 08:07

Hallo Melanie
bekommst Du denn die 4000 ltr Puffer mit dem Walli voll?
grüße vom Niederrhein
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Re: Mein wilder Walli

Beitragvon JAU » 4. Dez 2014, 13:03

Willkommen Melanie,


Danke das du eure Erfahrungen mit uns teilst, fehlen ja eigentlich nur noch ein paar Bilder. 8-)

melanie77 hat geschrieben:Abgastemperatur geht je nach Holz bei geschlossener Klappe locker durchgehend auf 220°/230°, Glut liegt dabei satt, Vergaserflamme nach dem Nachlegen (schlanke Scheitlein dicht gepackt) auf ein prächtiges Glutbett hält max 10min, danach ist die Vergaserflamme fast nicht mehr sichtbar, man muss ständig nachrütteln, und das bringt dann nur ein paar MInuten ein bisschen Erfolg. Trotzdem ballern gut über 200° den Kamin hoch und ich hab knapp 80° im Vorlauf.

Ich hab da jetzt ne ganze Weile drüber gegrübelt. Das naheliegendste was mir einfällt:
Nach der Reinigung, als die hintere Abdeckung eingesetzt wurde, die Abgasabkürzung verkantet das sie noch immer offen steht.

Davon abgesehen bin ich ziemlich ratlos. :cry:


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Re: Mein wilder Walli

Beitragvon sieglinde » 5. Dez 2014, 12:25

Hallo Melanie,

jo, Jau hat schon erläutert - oder daß die Klappe oben nicht mehr ganz schließt, schau mal ob die Dichtung darin richtig liegt, oder eine Fehlerhafte Stelle hat?

Grüße

Sieglinde
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